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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

Handschuhe und Mundschutz zählen jetzt zur Ausrüstung

Mitarbeiter führen das Desinfektionsgerät in St Christophorus vor.In St Christophorus wurde im Empfangsbereich ein Desinfektionsspender installiert, der von Mitarbeitern wie Frank Reinschmidt und Anna Neufeld sowie von Bewohnern benutzt wird. Friederike Jung / Caritasverband für die Diözese Speyer

Insgesamt 85 Personen beherbergt die Einrichtung derzeit, knapp die Hälfte davon im Übernachtungsbereich, der Menschen von der Straße oder ohne Wohnung vorbehalten ist. "Sie dürfen normalerweise bis zu fünf Tage bei uns bleiben. Jetzt haben wir mit der Stadt vereinbart, dass diese Regelung aufgehoben und die Verweildauer auf unbestimmte Zeit verlängert wird", sagt Einrichtungsleiter Peter Lehmann.

Damit wolle man verhindern, dass sich jemand mit dem Virus infiziert und es weiter trägt. "Denn je mehr die Leute unterwegs sind, desto größer wird die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung. Unsere Bewohner dürfen zwar nach wie vor das Haus verlassen, aber ein ständiges Rein und Raus kommt nicht in Frage."

Zum Schutz aller im Caritas-Förderzentrum sind keine Besucher mehr zugelassen und die Hygienemaßnahmen wurden massiv hochgefahren. Bewohner wie Mitarbeitende dürfen nur noch den Haupteingang benutzen und ausschließlich einzeln in den Empfangsbereich eintreten. Hier ist ein Desinfektionsmittelspender angebracht. Diese Hygienestation macht den Bereich zu einer Sicherheitsschleuse. "Jeder muss sich hier die Hände desinfizieren. Darauf wird strengstens geachtet." Auch häufiges Händewaschen habe oberste Priorität. Wie es richtig funktioniert, wurde Bewohnern und Belegschaft in speziellen Schulungen gezeigt.

Entsprechende Schutzmaßnahmen gelten auch bei der Essensausgabe. An erster Stelle steht die Händedesinfektion beim Zutritt des Speisesaals. In ihm geben Markierungen auf dem Boden den Abstand vor, den die Menschen zu einander einhalten müssen.  Außerdem sind die Tische sparsamer bestuhlt. "Frühstück und Salat bieten wir nicht mehr als Buffet an. Das Essen samt Besteck wird jedem direkt auf einem Tablett übergeben", erklärt Lehmann. "Zusätzlich haben wir die Essenszeiten verlängert, damit es nicht zu einem Andrang kommt. Auch wer erst zum Schluss erscheint, muss keine Angst haben, leer auszugehen. Es ist immer genug da. Um das Ganze noch mehr zu entzerren, essen die Mitarbeiter erst, wenn die Bewohner fertig sind."  Für sie gehören bei der Arbeit nun Handschuhe zur Ausrüstung, bei näherem Kontakt auch Mundschutz.

Beschäftigungsangebote für die Bewohner gebe es noch, allerdings nicht mehr in der Gruppe. Stattdessen fänden jetzt viele Gespräche statt, auch um zu sehen, wie es den Menschen in dieser Situation geht, sie zu beruhigen und ihnen Sicherheit zu geben. "Wir möchten das Leben im Haus so human wie möglich gestalten."

Nach wie vor stehen auch neue Leute vor der Tür des Caritas-Förderzentrums. "Das erste Gespräch mit ihnen führen wir jetzt grundsätzlich vor der Tür im Freien. Wir befragen jeden nach seinem Gesundheitszustand und wo er gerade herkommt. Und wir messen Fieber, weil das ein erster Hinweis auf eine Corona-Erkrankung sein kann." Auch alle im Haus hätten täglich Gelegenheit zur Temperaturkontrolle.

Beratungen externer Personen finden nicht mehr im Haus statt, sondern telefonisch und wenn es persönlich sein muss, draußen vor der Tür. Auch alle, die sich zum Wochenende ihr Geld in Form des Tagessatzes abholen, müssen das von außen tun. Es sei wichtig, alle vorbeugenden Maßnahmen auszuschöpfen, denn etliche der Bewohner gehörten aufgrund angegriffener Lungen zur Hochrisikogruppe. "Aber natürlich geht es auch darum, die Belegschaft und ihre Familien zu schützen. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind äußerst engagiert und tun alles, um den Ausnahmezustand  erträglich zu machen. Das Zusammenspiel zwischen ihnen und den Bewohnern ist vertrauensvoll", betont Peter Lehmann.

Noch sei die Atmosphäre im Haus recht entspannt. "Wir hoffen, dass das noch möglichst lange so bleibt, und der große Run auf unsere Einrichtung ausbleibt. Denn wie immer sind wir gut belegt und fast am Limit."

Text und Bild: Friederike Jung für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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